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Längst weg vom Schmuddelimage

10.03.2016 12:59 Alter: 4 yrs

Längst weg vom Schmuddelimage

Kategorie: Presse - News

(hvs). Eltern wissen ihre Kinder gut aufgehoben, Schüler werden individuell gefördert, und für Pädagogen ist sie eine Herausforderung: Die offene Ganztagsschule. Ihre pädagogische Vielfalt war jetzt Thema des Fachtages am vergangenen Freitag in der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule in Minden.

Minden

Helga Freude, Koordinatorin des offenen Ganztages, und Sonja Kruse, Leiterin der Abteilung Weiterbildung und Schule von der Volkshochschule Minden eröffneten den Tag. „Heute besucht jedes zweite Kind den offenen Ganztag nach Schulschluss bis 15 oder 16 Uhr. Gemeinsames Mittagessen, Lernzeitbegleitung, freies Spielen, Arbeitsgruppen und Projekte sind die wesentlichen Bestandteile. Wobei eine Verzahnung von Vor- und Nachmittagsbetreuung wünschenswert ist“, so Sonja Kruse. Sie hat festgestellt, dass der offene Ganztag sein „Schmuddel-image“ abgelegt hat. „Hatte es früher einen negativen Beiklang, wenn Eltern ihre Kinder in eine Ganztagesbetreuung schickten, ist es heute umgekehrt. Eltern möchten ihren Kindern Spielen mit Gleichaltrigen und allgemeine Förderung bis in den Nachmittag hinein bieten“, sagt Kruse.

„Ich schaff’s“ hieß der Vortrag von Dr. Manfred Iwert von der Fachhochschule Bielefeld. Dahinter steht eine Konzeption von Ben Furmann, die davon ausgeht, dass erfolgreiche pädagogische Arbeit dann nachhaltig wirksam ist, wenn es gelingt, eine innere Bereitschaft bei den Kindern dafür herzustellen. Es gelte an die Lebenswelten, Interessen und Vorerfahrungen der Schüler anzuknüpfen. Der finnische Psychiater und Psychotherapeut Furmann ist ein international anerkannter Experte für lösungsfokussierte Therapie. Iwert machte in seinem Vortrag anschaulich deutlich, wie Erzieher von einer Problemorientierung hin zu einer Lernorientierung gelangen. „Probleme werden in Lerninhalte und Aufgaben verwandelt. Wenn ein Kind zum Beispiel ständig andere Kinder stört und ärgert, behandeln wir das nicht als Problem, sondern als eine Lernaufgabe mit der Lösung, wie das Kind den richtigen Umgang mit anderen lernt.“

Vertieft wurde die „Ich-schaff’s-Konzeption“ anschließend in einem Workshop mit Iwert. In weiteren acht Workshops erfuhren die Teilnehmer Praktisches für ihren beruflichen Alltag im offenen Ganztag.

Selbst Hand anlegen konnten die Erzieher in der Gruppe „Lehren und Lernen mit Holz“ von Vanessa Daniau und im „Haus der kleinen Forscher“ bei Karlheinz Böse. Vanessa Daniau ist pädagogische Mitarbeiterin im Bildungsbüro des Kreises Minden-Lübbecke. Sie hatte eine kleine Holzwerkstatt aufgebaut und stellte die Fortbildung im Bereich Holztechnik in der Primärstufe vor. Ziel dieses Programms ist es, die handwerklichen und technischen Kompetenzen der Kinder zu fördern.

Praktisch ging es auch im „Haus der kleinen Forscher“ bei Netzwerkkoordinator Karlheinz Böse zu. Er stellte die gemeinnützige Stiftung vor, die sich mit einer bundesweiten Initiative für die Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik einsetzt. Das „Haus der kleinen Forscher“ wurde vor zehn Jahren gegründet und weckt gemeinsam mit lokalen Netzwerkpartnern schon bei den Jüngsten Begeisterung für naturwissenschaftliche Phänomene. Das ist die Mission der Stiftung.

Zum Fachtag, der zum fünften Mal stattfand, hatte der „Regionale Qualitätszirkel“ eingeladen. Dieser Zusammenschluss von Fachleuten aus Erziehung, Bildung und Ausbildung will die Qualität im offenen Ganztag steigern. 144 pädagogische Mitarbeiter zum größten Teil aus dem offenen Ganztag an Grundschulen nahmen teil.

Von Heike von Schulz